Einmalige Einblicke in Klosterkirche und -schule

Kloster Alpirsbach

Schülerin in Kloster Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert
Benediktinerkloster und Klosterschule im Schwarzwald

Meilensteine

Frömmigkeit und machtpolitisches Denken führten zur Gründung des Benediktinerklosters am Ende des 11. Jahrhunderts, in einer Zeit, als Papst und Kaiser um die Macht stritten. Mit der Reformation wurde Alpirsbach zur Klosterschule – faszinierende Einblicke in deren Alltag sind heute noch zu sehen.

Wappen der Stifterfamilien; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer

Drei Adlige und ihr Erbe.

Die Gründung

Am 16. Januar 1095 übergaben drei Adelige ihr gemeinsames Erbe, das Hofgut Alpirsbach im Schwarzwald, in einer offiziellen Zeremonie und stifteten es dem heiligen Benedikt: Graf Alwik von Sulz, Graf Adalbert von Zollern und Ruotmann von Neckarhausen. Wichtige Daten für Alpirsbach sind die Jahre 1101 und 1123, in denen zuerst Papst Paschalis II., später auch Kaiser Heinrich V. die Klostergründung bestätigten. In der Folgezeit waren es meist junge Adelige aus der Umgebung, die dem Kloster beitraten.

Der heilige Benedikt von Nursia; Foto: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

Der heilige Benedikt von Nursia.

Ein Reformkloster und seine Ideale

Kloster Alpirsbach wurde wie viele Klostergründungen des 11. Jahrhunderts im Zuge der Hirsauer Reform gegründet. Diese Reform der Benediktinermönche ging vom bedeutenden burgundischen Kloster Cluny aus und stand vor dem Hintergrund des Investiturstreites. Ziel der Reform war es, sich von der Abhängigkeit der Adelshäuser zu befreien und durch die freie Wahl des Abtes selbstständig zu sein. Zugleich wollten sich die Reformklöster auf ihre monastischen Ideale besinnen: persönliche Armut, Gehorsam, Keuschheit und Stillschweigen.

Relief mit zwei Figuren und Wappen bei der Übergabe der Bischofsmütze, Kloster Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Das Wappen eines Abtes?

Verweltlichung und neue Blüte

Nur wenige Jahrhunderte später waren die Reformideale im Kloster vergessen. Die Mönche führten ein zunehmend weltliches Leben und teilten den Klosterbesitz unter sich auf. Der wirtschaftliche Niedergang war die Folge. Im 15. Jahrhundert schloss Alpirsbach sich einer Gruppe von Klöstern an, die erneut die Ordensregel des heiligen Benedikt befolgten. Die Äbte Georg Schwarz und Hieronymus Hulzing führten das Kloster zu neuer wirtschaftlicher Blüte und beauftragten umfangreiche Baumaßnahmen in der Klausur.

Besucher des Klosters Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

In Kloster Alpirsbach gibt es viel zu entdecken.

Altes Brettspiel, heute im Klostermuseum Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Werner Hiller-König

Brettspiel einstiger Klosterschüler.

Vom Kloster zur Schule

Während der Reformation und der Bauernkriege erlebte Alpirsbach eine bewegte Geschichte. Nach der Einführung des Protestantismus in Württemberg ließ Herzog Christoph 1556 das Kloster endgültig aufheben und eine evangelische Klosterschule gründen. Diese Zeit ist verblüffend gegenwärtig dank eines spektakulären Fundes von Alltagsgegenständen. Die Funde aus Papier, Keramik, Holz, Leder und Textilien sind im Klostermuseum zu besichtigen und lassen die Klosterschüler von einst wieder lebendig werden.

TIPP

Wollten Sie schon immer mal wissen, wie eine Männerhose im 16. Jahrhundert aussah oder was die Schuhmode den Männern als tragbar vorschrieb? Dann schauen Sie im Alpirsbacher Klostermuseum vorbei: Hier sind die sensationellen Funde aus der Zeit der Klosterschule ausgestellt.

Mehr erfahren

Persönlichkeiten
Monumente & Funktionen
Epochen & Ereignisse
Arbeit & Vergnügen

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.