Einmalige Einblicke in Klosterkirche und -schule

Kloster Alpirsbach

Klösterlicher Gerstensaft

Bierbrauen

bei den Mönchen

Klöster spielten bei der Bierherstellung im Mittelalter eine wichtige Rolle: Mönche galten nicht nur als begnadete Bierbrauer, sondern sie tranken den Gerstensaft auch gerne. Vielleicht deshalb sind einige heute bekannte Biermarken nach Ordensgemeinschaften benannt, etwa das „Alpirsbacher“.

Moderne Bierkessel; Foto: Pixabay, gemeinfrei

Auch die entsprechenden Geräte mussten vor Ort sein.

Spezialisten in der Bierherstellung

In den Klöstern brauten die Mönche – und auch Nonnen – anfangs nur Bier für den Eigenbedarf. Doch es kamen viele Besucher in die Klöster und auch sie wurden mit dem selbstgebrauten Bier verköstigt. Die Qualität des Klosterbieres war weitaus besser, als das, was sonst angeboten wurde. Weil der Abt eines Klosters lesen und schreiben konnte, hatte er die Möglichkeit, Überlieferungen nachzulesen und alte Rezepte auszuprobieren. So wurden die Mönche zu Spezialisten in der Bierbraukunst.

Bierfass; Foto: Pixabay, gemeinfrei

Große Mengen Bier wurden täglich getrunken.

Bier als Fastennahrung

Liquida non frangunt ieunum – Flüssiges bricht das Fasten nicht.“ An diesen Spruch hielten sich die Mönche gerne. Erlaubte er ihnen doch, Bier zur Fastenzeit zu brauen und zu trinken. Weil sie zur Fastenzeit nur wenig essen durften, sättigten sich die Mönche mit starkem, würzigem und kalorienhaltigem Bier. Damals enthielt Bier noch weniger Alkohol als heute. Anders wären die großen Mengen, die jedem Mönch täglich zustanden, auch nicht zu erklären: Überlieferungen zufolge durfte jeder Mönch fünf Liter Bier am Tag trinken.

Gefülltes Bierglas; Foto: Pixabay, gemeinfrei

Bier hatte auch wirtschaftliche Bedeutung für die Klöster.

Bis zu 300.000 Liter pro Tag

Im Hochmittelalter gab es fast 500 Klosterbrauereien – allesamt florierende Wirtschaftsunternehmen. Ein Nürnberger Kloster produzierte gar 300.000 Liter Bier im Jahr. Heute sind nur noch neun Klosterbrauereien erhalten, die meisten gingen nach der Säkularisation pleite. Die zwei berühmtesten sind die im Kloster Andechs bei München und die im Kloster Ettal bei Oberammergau. Die meisten Biere, die sich heute „Klosterbier“ nennen, haben mit den wirklichen Klöstern nichts zu tun.

Das Brauereimuseum von Alpirsbacher; Foto: Alpirsbacher Brauwelt Marketing GmbH & Co. KG

In Alpirsbach kann man sich über das Bierbrauen informieren.

Aus „Löwenbräu“ wird „Alpirsbacher“

Das Bier mit dem Namen „Alpirsbacher Klosterbräu“ hat zunächst einmal nichts mit dem gleichnamigen Kloster zu tun. Die Brauerei ist ein Privatunternehmen, das 1877 von der Familie Glauner gegründet wurde und im 19. Jahrhundert noch „Löwenbräu“ hieß. Erst 1906 wurde die Brauerei in „Alpirsbacher“ umbenannt. Dennoch können im dortigen Brauereimuseum alte Objekte besichtigt werden, die früher zum Bierbrauen genutzt wurden. Die Brauerei und das Kloster sind nur 160 Meter voneinander entfernt.

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Über Kreuz