Einmalige Einblicke in Klosterkirche und -schule

Kloster Alpirsbach

Kloster Alpirsbach; Detail des Kruzifix aus der Freudenstädter Stadtkirche; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Petra Pechacek
Einmalige Gelegenheit

BEDEUTENDE KUNSTWERKE

ZU GAST IN ALPIRSBACH

Vom 15. Mai 2019 bis zum 10. Dezember 2020 sind im Kloster Alpirsbach zwei bedeutende mittelalterliche Kunstwerke zu Gast: ein romanisches Lesepult und ein spätgotisches Kruzifix.

Kloster Alpirsbach, Detail des Lesepults aus der Freudenstädter Stadtkirche; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Ein Meisterwerk schwäbischer Schnitzkunst.

ROMANISCHES LESEPULT

Das Lesepult ist eines der berühmtesten Werke der romanischen Skulptur. Der unbekannte Meister schnitzte es um 1150 aus Weiden- und Lindenholz – also in der Frühzeit von Kloster Alpirsbach. Sogar die farbige Fassung aus der Zeit vor über 850 Jahren ist weitgehend erhalten. Die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, jeder knapp einen Meter hoch, tragen das eigentliche Pult auf ihren Schultern. Die vier Seiten des Pultkastens schmücken die typischen Attribute der Evangelisten – Engel, Löwe, Stier und Adler. Raffiniertes Detail: Der Kasten konnte ein Gefäß mit Weihrauch aufnehmen; der Rauch strömte dann effektvoll während der Lesung des Evangeliums aus den Mündern der vier Evangelisten.

Kloster Alpirsbach, Detail des Lesepults aus der Freudenstädter Stadtkirche; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Petra Pechacek

Sogar die farbige Fassung aus der Zeit vor über 850 Jahren ist weitgehend erhalten.

Kloster Alpirsbach, Kruzifix aus der Freudenstädter Stadtkirche; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Petra Pechacek

Eine naturalistische Darstellung des Gekreuzigten.

SPÄTGOTISCHES KRUZIFIX

Das Kruzifix ist sehr wahrscheinlich um 1500 in Ulm entstanden. Es zeigt den gekreuzigten Christus in Lebensgröße. Das Besondere dieses sakralen Kunstwerks: Der Kopf vereint drei Phasen des Sterbens Christi. Von rechts erkennt man den Gekreuzigten als Leidenden. In der frontalen Ansicht beeindruckt die Darstellung des Sterbenden; von links sind die Gesichtszüge des bereits toten Christus zu erkennen. Das Meisterwerk wird der Ulmer Schule zugeschrieben.

Leihgaben aus Freudenstadt

Die beiden bedeutenden mittelalterlichen Kunstwerke sind im Besitz des Landes Baden-Württemberg und normalerweise in der Evangelischen Stadtkirche von Freudenstadt zu sehen. Da diese wegen Sanierungsmaßnahmen geschlossen werden musste, sind die Werke nun im Kloster Alpirsbach zu Gast. Das ehemalige Benediktinerkloster Alpirsbach bot sich förmlich an, denn beide Kunstwerke könnten ursprünglich aus der Alpirsbacher oder Hirsauer Klosterkiche stammen. Herzog Ulrich von Württemberg und sein Sohn und Nachfolger Christoph ließen im Zuge der Reformation Klöster wie Alpirsbach und Hirsau auflösen. Beide Klöster wurden zu Klosterschulen umgewandelt, zahlreiche Kunstwerke gingen in der Folge an evangelische Kirchen wie beispielsweise an die 1601 bis 1608 erbaute Stadtkirche in Freudenstadt. Nach der Renovierung der Stadtkirche werden Lesepult und Kruzifix wieder in die Freudenstädter Stadtkirche zurückkommen.

Kloster Alpirsbach, Lesepult aus der Freudenstädter Stadtkirche; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Petra Pechacek

Durch eine Klimavitrine geschützt.

KOOPERATION ERMÖGLICHT DIE PRÄSENTATION

Ermöglicht wird die Präsentation durch eine umfangreiche Kooperation zwischen Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Pforzheim, den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg und dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, mit Unterstützung der Evangelischen Kirchengemeinde Freudenstadt und des Landesmuseums Württemberg, Stuttgart. Gezeigt wird das Lesepult aufgrund der besonderen konservatorischen Bedingungen in einer Klimavitrine im zweiten Obergeschoss des Klostermuseums (Raum 6). Das Kruzifix wird auf der Empore des südlichen Seitenschiffes der Klosterkirche präsentiert – der Zugang erfolgt über das Klostermuseum.

Service

ÖFFNUNGSZEITEN

bis 1. November
Montag bis Samstag 10.00 – 17.30 Uhr
Sonntag / Feiertage 11.00 – 17.30 Uhr

2. November bis 14. März
Donnerstag bis Sonntag 13.00– 15.00 Uhr

EINTRITT

Erwachsene 6,00 €
Ermäßigte 3,00 €
Familien 15,00 €

Kontakt

Kloster Alpirsbach
Infozentrum / Klosterkasse
Klosterplatz 1
72275 Alpirsbach
Telefon +49(0)74 44. 5 10 61
info@ kloster-alpirsbach.de