Unique insights into a monastery church and school

Alpirsbach Monastery

Glockenturm der Klosterkirche, Kloster Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer
Geplant waren zwei Türme

Der Glockenturm

Schon aus der Ferne ist er zu sehen, der Glockenturm der Alpirsbacher Klosterkirche. Was viele nicht wissen: Geplant waren mit aller Wahrscheinlichkeit zwei dieser Türme. Auch sieht man dem Turm nicht an, dass beinahe 450 Jahre lang an ihm gebaut wurde.

Klosterkirche mit Glockenturm; Foto: Tourist-Info Alpirsbach

Der Turm steht an der nördlichen Flanke des Chores.

Einflüsse aus Lothringen

Der Glockenturm der Klosterkirche ist ein sogenannter Chorflankenturm. Das heißt, er befindet sich im Osten, an der nördlichen Flanke des Chores. Diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Anordnung der Türme stammt aus Lothringen, wo sie häufiger anzutreffen ist. Da aller Wahrscheinlichkeit nach zwei Türme geplant waren, hätte diese Anordnung einen ausgewogenen Anblick geboten.

Klosterkirche mit Glockenturm; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer

Stockwerk um Stockwerk erhöht.

Romanische Bauornamentik ziert den Turm

Der Turm wurde mit dem Ostteil der Kirche aufgemauert und endete in der ersten Bauphase auf der Traufhöhe der Kirche. Wenig später, Mitte des 12. Jahrhunderts, wurde der Turm um das erste Freigeschoss erhöht. Baustil und Ornamente entsprechen mit ihren sorgfältig behauenen Quadern, den Ecklisenen – pfeilerartige Mauerstreifen – und dem schön ausgearbeiteten Bogenfries dem romanischen Baustil. In der Art der Ausformung sind wieder oberrheinisch-elsässische Einflüsse erkennbar.

Glockenturm des Klosters Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Der Treppengiebel formte gegen 1550 den Abschluss des Turmes.

Bewusster Verzicht auf moderne Formensprache

Die weitere Aufstockung um zwei Geschosse erfolgte zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Sie wurden optisch dem ersten Freigeschoss angeglichen, weshalb von außen keine gotischen Einflüsse erkennbar sind. Man verzichtete damit bewusst auf eine moderne Formensprache zugunsten eines einheitlichen Aussehens. Für diese Aufstockung wurden auch im Innenraum Umbauten vorgenommen. So musste der Nebenchor einer Verstärkung des Sockelgeschosses mit Strebepfeilern weichen.

Bauabschluss erst Mitte des 16. Jahrhunderts

Im Innenbereich des Turmes sind noch Reste eines gotischen Glockenstuhls vorhanden, der auf etwa 1360 datiert werden kann. Er ist ebenso wie der Dachstuhl der Kirche ein Paradebeispiel mittelalterlicher Zimmermannsbaukunst. Der Glockenstuhl beweist zudem, dass in Alpirsbach in der Mitte des 14. Jahrhunderts bereits die ersten Glocken hingen. Erst gegen 1550 erhielt der Turm sein letztes Glockengeschoss und ein Satteldach zwischen Treppengiebeln – ein typischer Dachabschluss der Renaissance-Zeit. Nach seiner Fertigstellung hatte er eine Höhe von 43,5 Metern.

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