Sockel einer Säule in der Klosterkirche von Kloster Alpirsbach; Foto: Markus Schwerer

Der romanischen Bautradition verpflichtet

Stilgeschichte

Romanische Architektur und gotischer Formenreichtum prägen heute das Erscheinungsbild des Klosters Alpirsbach. Aus der Zeit der Renaissance sind nur wenige Spuren erhalten. Die Veränderungen aus dem 19. Jahrhundert wurden rückgängig gemacht und sind nur noch auf alten Ansichten zu sehen.

Tympanon mit Christus in der Mandorla über dem  Hauptportal der Kirche von Kloster Alpirsbach; Foto: Markus Schwerer

Beeindruckendes Bildprogramm am Hauptportal.

Romanik

Die Klosterkirche ist in ihrer Architektur der romanischen Bautradition verpflichtet. Die flachgedeckte, dreischiffige und klar gegliederte Säulenbasilika beschreibt in ihrem Grundriss die Form eines lateinischen Kreuzes. Bei den Raumproportionen bestimmt das Vierungsquadrat den Maßstab. In der Bauplastik zählt vor allem das Tympanon des Hauptportals – ein mit Reliefs geschmücktes Feld über der Tür – zu den beeindruckendsten romanischen Bildschöpfungen Süddeutschlands.

Besucher im Kreuzgang des Klosters Alpirsbach

Sternrippengewölbe im Kreuzgang.

Gotik

In spätgotischer Zeit, zwischen 1480 und 1494, wurde der Kreuzgang des Klosters umfangreich erneuert. Neben einer Aufstockung wurde er mit einem reich geschmückten Sternrippengewölbe und prächtigen Schlusssteinen versehen. Aufwendige Maßwerkfenster und kunstvoll gerahmte Portale vervollständigten den gotischen Eindruck. Auch die Repräsentationsräume wurden in dieser Zeit erneuert: So zieren noch heute Sternrippengewölbe und engelsgeschmückte Schlusssteine die Decke der Abtswohnung.

Renaissance

Zur Zeit der Renaissance gab es in Kloster Alpirsbach keine bedeutenden Neu- oder Umbauten. Zeittypisches hat sich jedoch in den Dormentzellen erhalten. Reste von Wandmalerei mit Renaissance-Motiven zieren die sonst so kahlen Wände. Perspektivische Illusionsmalerei und flächig aufgebrachte Pflanzenranken sind wohl auf das Bemühen der ehemaligen Bewohner zurückzuführen, sich zu verewigen. Klosterschüler ergänzten die Wandmalereien mit ihren Initialen, Jahreszahlen und Sprüchen.

Graffiti an den Wänden der Mönchszellen in Kloster Alpirsbach; Foto: Markus Schwerer
Graffiti an den Wänden der Mönchszellen in Kloster Alpirsbach; Foto: Markus Schwerer

Unkonventionelle Wandmalereien.

Gemälde der Kirche aus der Zeit des Historismus

Wanddekoration der Kirche im Historismus.

19. und 20. Jahrhundert

1878 bis 1881 wurde in einer umfangreichen Restaurierung der Innenraum der Klosterkirche mit ornamentaler, schablonenhafter Dekorationsmalerei überzogen. Damit sollte dem Innenraum sein vermeintliches mittelalterliches Aussehen zurückgegeben werden. Dieser Zustand ist heute nur aus alten Ansichten bekannt. In den 1960er-Jahren wurde der Innenraum überarbeitet mit der Absicht, den romanischen Kirchenbau möglichst rein zu präsentieren – die Ergänzungen des 19. Jahrhunderts galten als zu erfinderisch und nicht bewahrenswert.

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