Exponate im Klostermuseum Alpirsbach; Foto: Hiller-König

Vitaminreiche Kost war nicht vorgesehen

Essen und Trinken

Nach der Auflösung des Klosters galten die Ordensregeln des heiligen Benedikt nicht mehr. Die Schüler evangelischer Klosterschulen hatten andere Vorschriften für den Speiseplan als die Mönche. Sogar Fleisch kam wieder auf den Tisch!

Historisches Essgeschirr aus dem 16. Jahrhundert

Essgeschirr des 16. Jahrhunderts.

Verpflegung der Klosterschüler

Die Verpflegung der Klosterschüler ist durch einen Bericht des Klosterverwalters vom 10. November 1576 genau bekannt. So gab es zum Beispiel Sonntagmorgens „1. Rinderin voressen, 2. Suppenn, 3. Flaisch uff den obbern tisch vier, unnd uff den undern Tisch drei stückh, … jede flaischmahlzeit 6 Pfundt, 4. Rieben oder kraut“. Wochentags war die Kost natürlich einfacher. Freitags gab es zum Beispiel Stockfisch. Vitaminreiche Kost wie Obst und Gemüse stand dagegen selten auf dem Speiseplan.

Besucher des Klosters in einem historischen Gewand; Foto: SSG

Zum Wohle!

Dazu gab es Wein für die Schüler

Auch über die Getränke gibt der Bericht des Klosterverwalters Auskunft. So erhielt jeder Klosterschüler zum Essen ein Viertel Wein, einen sogenannten „Breyßgeuwer“, vermutlich einen Wein aus dem Anbaugebiet des Breisgaus. An den hohen Feiertagen wurde die Ration sogar um ein weiteres Viertel erhöht.

Karikatur aus dem Klostermuseum mit sieben Schülern an einem gedeckten Tisch; Foto: Hiller-König

Beim Essen ging es wohl lustig zu.

Lachende Gesichter

Den Klosterschülern scheint diese Kost geschmeckt zu haben. Oder lag es am Wein? Betrachtet man die Zeichnungen eines Klosterschülers, die sich in dem spektakulären Fund von Alltagsgegenständen erhalten haben, so fällt auf, dass alle Schüler mit lachenden Gesichtern gezeichnet wurden.

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