Einmalige Einblicke in Klosterkirche und -schule

Kloster Alpirsbach

Nimmersatter Mönch

Die Lieblingsspeise

des Mönchs

Der heilige Benedikt hielt in seinen Ordensregeln die Mönche zu Mäßigkeit im Essen und Trinken an. Wie streng die Enthaltsamkeit in Kloster Alpirsbach geübt wurde, soll folgende amüsante Anekdote zeigen.

Historisches Essgeschirr aus dem 16. Jahrhundert; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Werner Hiller-König

Essgeschirr aus dem 16. Jahrhundert.

Hoher Besuch

Einst hatte Kloster Alpirsbach einen hohen Gast – Kaiser Maximilian I. stattete dem Kloster im Schwarzwald einen Besuch ab. Während seines Aufenthaltes ereignete sich folgende Begebenheit: Der Kaiser ließ jeden Mönch des Klosters nach seiner Lieblingsspeise befragen. Aber nicht nur das, er wollte diese auch probieren und ließ sie sich deshalb zubereiten.

Ochs statt Kalb

Einer der befragten Mönche wünschte sich ein „Öchsenkres“, was heute noch als Kutteln bekannt ist. Diese Lieblingsspeise amüsierte den Kaiser sehr, müsse doch der „münch ain hungriger kerle“ sein, der von Kutteln eines üblicherweise verwendeten und viel kleineren Kalbes nicht satt geworden wäre. Der Mönch aber dachte sich wohl, warum sich mit einem kleinen Kalb zufrieden geben, wenn es doch auch ein Ochse sein kann!

Papierfund aus dem Kloster, heute im Klostermuseum; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Werner Hiller-König

Gab es für den Kaiser Fleisch von einem vierfüßigen Tier?

Großzügig ausgelegte Regel

Wurde in Kloster Alpirsbach die Ordensregel des heiligen Benedikt bezüglich des Fleischgenusses großzügig ausgelegt? Fleisch von „vierfüßigen“ Tieren war eigentlich nur Kranken erlaubt. Auch wenn es sich bei der Lieblingsspeise des Mönchs nur um Innereien handelte, sie stammten letztlich doch von einem „vierfüßigen“ Tier. Oder handelte es sich um eine Ausnahme, da man den Kaiser nicht erzürnen wollte?

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