Ansicht von Kloster Alpirsbach; Foto: Touristinfo Alpirsbach

Romanik kreuzt Gotik

Die Gebäude

Erbaut wurde das Kloster im Stil der Romanik. Die strenge, klare Ordnung der Bauformen entwickelte sich jedoch stilistisch weiter bis in die Spätgotik. Heute zeigt sich Kloster Alpirsbach als eine imposante Anlage, die harmonisch beide Baustile vereint.

Ansicht von Kloster Alpirsbach

Die romanische Kirche prägt die Anlage.

Die Klosteranlage

Trutzig und in sich geschlossen wirkt die Klosteranlage von Alpirsbach – ein Bau von Ehrfurcht gebietender Monumentalität. Das Erscheinungsbild des Klosters wird von der Schlichtheit seiner romanischen Kirche dominiert, dessen nördlicher Chorflankenturm alle anderen Gebäudeteile überragt. An die Südseite des Langhauses schließt der gotische Kreuzgang mit den Klausurgebäuden an. Einige Wirtschaftsgebäude ergänzen das Bild der mittelalterlichen Klosteranlage.

Modell der Klosteranlage aus dem 19. Jahrhundert; Foto: Hiller-König

Modell der Klosteranlage.

Der Lebensraum der Mönche

Der Lebensraum der Mönche war die nur für sie zugängliche Klausur. Im Ost- und Südflügel befanden sich der Kapitelsaal, die Aufenthalts- und Schlafräume sowie der Speisesaal mit Küche – Lebensbereiche, in denen man sich von der Welt zurückziehen konnte. Der Westflügel mit Wohn- und Repräsentationsräumen des Abtes war der Außenwelt zugewandt. Im Kellergeschoss waren die Vorräte untergebracht. Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude sowie das ehemalige Kranken- und Badehaus im Südosten der Klausur umgeben diesen Bereich.

Klostergebäude weichen der Eisenbahn

Mit der Säkularisation veränderte sich das Gesamtbild des Klosters. Große Teile der Klosterfläche wurden verkauft und Gebäude abgerissen. Dazu gehört die Marienkapelle, die im Obergeschoss eine Bibliothek hatte – nach dem Vorbild des Reformklosters Hirsau. Der Bau der Eisenbahnlinie zwischen 1882 und 1886 und der Straße südlich vor der Klausur verursachte den Abriss mehrerer Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude: das südliche Torhaus und der romanische Fruchtkasten mit seinem eindrucksvollen Quadermauer, der sogenannte Werkbau.

Innenansicht der Kirche von Kloster Alpirsbach

Unbemalte Säulen in der Klosterkirche.

Denkmalpflegerische Bemühungen

Im 19. Jahrhundert prägten zwei Restaurierungsphasen das Innere der Klosterkirche. In den 1860er-Jahren wurden Einbauten aus nachmittelalterlicher Zeit entfernt, um der Kirche ihr schlichtes, romanisches Aussehen zurückzugeben. Mit der Renovierung von 1878 bis 1881 setzte man die Vorstellung von einer mittelalterlichen Farbgebung um: Wände und Decken wurden mit Dekorationsmalerei verziert. Keine 100 Jahre später herrschte ein anderes Mittelalterverständnis und die Malereien wurden wieder entfernt.

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