Einmalige Einblicke in Klosterkirche und -schule

Kloster Alpirsbach

Benediktiner im Schwarzwald

Das Kloster

In einer idyllischen Talerweiterung der Kinzig im Schwarzwald liegt das beeindruckende mittelalterliche Kloster Alpirsbach. Im 11. Jahrhundert von Benediktinermönchen im Sinne der Hirsauer Reformbewegung errichtet, ist es eines der wenigen noch erhaltenen südwestdeutschen Klöster dieser Art.

Luftaufnahme des Klosters Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer

Inmitten bewaldeter Hügel gelegen.

Abgeschiedenheit des Klosters

Im Jahre 1095 stifteten die Adeligen Alwik von Sulz, Adalbert von Zollern und Ruotmann von Neckarhausen das neue Kloster. Seine Lage war von Anfang an durch die Abgeschiedenheit mitten im Schwarzwald geprägt. Das neu gegründete Kloster lag in einem Rodungsgebiet ohne bedeutende Verkehrsachsen. Anschluss an stärker besiedelte Gebiete fand Alpirsbach nur durch die Große und Kleine Kinzig. Die Hirsauer Reform, die nach dem cluniazensischen Muster die strenge Einhaltung der Regeln des heiligen Benedikt forderte, bestimmte diese abgeschiedene Lage.

Ansicht des Turms der ersten steinernen Klosterkirche in Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer

Der Turm der ersten steinernen Klosterkirche.

Die ersten Bauten

Nach einer ersten aus Holz gebauten Kapelle wurde bereits 1099 eine steinerne Klosterkirche geweiht. Von dieser kleinen Steinkirche, auch Leutkirche genannt, ist nur noch der Turm vorhanden – ältestes Zeugnis für die bauliche Entwicklung der Klosteranlage. Der ehemalige Wohnturm der Klostervögte, die sogenannte Burg, hat sich ebenfalls erhalten. Er erinnert mit seinem hoch gelegenen Eingang und den Vorsprüngen im Mauerwerk an den Ecken, „Bossenquaderung“, an spätromanische Wehrbauten.

Besucher im Kreuzgang von Kloster Alpirsbach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Nach dem benediktinischen Bauschema errichtet.

Ensemble von Klosterkirche, Klausur und Kreuzgang

Der Grundriss des Klosters lehnt sich an das benediktinische Klosterbauschema an und weist die Merkmale der Reformklöster von Cluny auf. So schließt sich die Klausur – der Arbeits- und Lebensbereich der Mönche – an die nach Osten ausgerichtete Kirche an. Um den Kreuzgang als Zentrum gruppiert, zeigt heute die spätgotische Klausur den gut erhaltenen Zustand des 15. Jahrhunderts. Beim Verweilen hier erahnt man das von Askese, Arbeit und Gebet geprägte Leben der Mönche.

Monumentaler Anblick des Klosters Alpirsbach.

Luftaufnahme des Klosters mit naher Umgebung; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Albrecht Brugger

Weichen für den Fortschritt.

Von Stadt, Strasse und Eisenbahn umgeben

Das Kloster liegt inzwischen mitten in der Stadt Alpirsbach. Viele ehemalige Gebäude sind in die Strukturen der Stadt integriert oder mussten der Entwicklung der Stadt weichen. Die klösterliche Umfassungsmauer ist nicht mehr vorhanden, mehrere markante Gebäude aus dem Mittelalter wurden im 19. Jahrhundert abgerissen, um den Bau der Eisenbahn und der Bundesstraße zu ermöglichen.